Geologische Sammlung

Die geologische Sammlung dient in erster Linie Lehrzwecken im Rahmen der Lehrmodule Geowissenschaften I, II, III.


Plattensammlung am Audimax

Im östlichen Eingangsbereich des Campus Karlstraße befindet sich an der Rückwand des Großen Hörsaals eine Sammlung von > 44 Gesteinsmustern aus Beständen der Fakultät für Architektur und der Geologischen Sammlung.


Vitrinen im Treppenhaus

Steine in der Stadt

Workshops für Schüler

Aktuelles

  • Spalteneruption auf Island (März 2021)

    Am 19 März ist gegen 20:45 Uhr (UTC) begann eine vulkanische Eruption bei Geldingadalur auf Island. Der Ausbruch entlang einer 500-700 m langen Spalte ist bisher ausschließlich effusiv (ausfließend) und ohne Ascheauswürfe. Die Aktivität kann auf einer Webcam live beobachtet werden.

    Island liegt auf dem mittelatlantischen Rücken, wo sich die amerikanische und die eurasische Kontinentalplatte voneinander wegbewegen, wodurch es immer wieder zum Aufstieg von basaltischer Magma kommt. Mittelozeanische Rücken sind in der Regel am Meeresboden verortet, durch eine besonders heiße und deswegen stark aufsteigende Konvektionsströmung im Erdmantel stellt Island die größte Erhebung eines mittelozeanischen Rückens über dem Meeresspiegel weltweit dar.


    Ausbruch des Ätna (Februar 2021)

    Der Ätna am 16.2.2021 (Foto: Vivian Gelardi)
    Der Ätna am 16.2.2021 (Foto: Vivian Gelardi)

    Nachdem es seit Dezember bereits kleinere Vorboten in Form von Ascheauswürfen gab, kam es am 16.2. zu einem größeren Ausbruch auf Sizilien.

    Der Ätna ist der aktivste Vulkan Europas, die letzten größeren Eruptionen wurden erst 2018 verzeichnet. Er verdankt seine Existenz einer Subduktionszone, an der die afrikanische Kontinentalplatte unter die europäische abtaucht. Dadurch wird Wasser mit in die Tiefe transportiert, das dort den Schmelzpunkt von Gestein erniedrigt, so dass Magma entsteht und aufgrund ihrer geringeren Dichte langsam aufsteigt und sich sammelt.

    Weil die Magma, die der Ätna fördert, relativ heiß und arm an Kieselsäure ist, fließt sie meist vergleichsweise ruhig aus. Trotzdem kommt es auch immer wieder zu explosivem Verhalten, bei dem Gesteinsstücke (so genannte Pyroklastika) ausgeschleudert werden. Dies Material, auch „Tephra“ genannt, wird nach seiner Korngröße in Asche (< 2 mm), Lapilli (2 mm bis 6,3 cm) und Bomben unterteilt. Eine vulkanische Bombe kann in den Vitrinen im Treppenhaus Nordost der Karlstraße bewundert werden.

    Aufgrund von Ascheausstößen kann es zu Beeinträchtigungen im Flugverkehr kommen, so auch beim aktuellen Ätna-Ausbruch, bei dem der Flughafen in Catania zeitweise geschlossen wurde. Lapilli sind aufgrund Ihrer Fähigkeit, Wasser zu binden, sehr wichtig für die Bodenfruchtbarkeit.

    Auf Instagram finden sich spektakuläre Videos von aktuellen Lapilli-Regen auf Sizilien. Durch den Wechsel von Lavaergüssen und Tephra-Ablagerungen entsteht ein typischer Schichtvulkan (Stratovulkan) mit relativ steiler Kegelform.


    Erdbeben in der Türkei (Oktober 2020)

    Am 31.10.2020 fand in der Türkei ein schweres Erdbeben von der Stärke 7.0 auf der Momenten-Magnituden-Skala statt. Das Beben wurde unter anderem auch an der Station Rüdersdorf bei Berlin gemessen (siehe Abbildung).

    Bei Erdbeben unterscheidet man die schnelleren Primärwellen (P-Wellen), bei denen das Gestein in Ausbreitungsrichtung gestaucht wird, von den langsameren Sekundärwellen (S-Wellen), die quer zur Ausbreitungsrichtung schwingen.

    Bei Kenntnis der Wellengeschwindigkeiten lässt sich aus dem Zeitversatz zwischen der ersten P-Welle und der ersten S-Welle die Entfernung zum Erdbebenherd berechnen. Die Entfernung (x) vom Beben kann durch zwei Gleichungen ausgedrückt werden:

    x = vp * tp (1)

    x = vs * (tp + Δt) (2)

    Durch Gleichsetzen der Gleichungen, Auflösen nach tp und Einsetzen des Ergebnisses in Gleichung (1) ergibt sich:

    x = vp * (vs * Δt) / (vp – vs) (3)

    Nun kann die Entfernung zum Beben allein aus den Wellengeschwindigkeiten und dem Zeitversatz berechnet werden. Dies funktioniert schon erstaunlich gut, wenn man Δt aus der Abbildung herausliest (ca. 4,5 Minuten = 270 s) und Standard-Lehrbuchwerte für vp (5,5 km/s) und vs (3 km/s) verwendet:

    x = 5.5 * (3 * 270) / (5.5 – 3) = 1782 km

    Die tatsächliche Entfernung von Rüdersdorf zum Epizentrum 14 km nördlich von Samos beträgt ca. 1900 km.

    Wozu ist sowas nützlich? Wenn man an mindestens drei Seismographen die Entfernung zum Beben bestimmt, kann man dieses lokalisieren (am Schnittpunkt der drei Radien). Dies ist natürlich eine grundlegende Voraussetzung zur Erforschung von Erdbeben.

    Übrigens: Auch in Erdbeben Bayern gibt es Erdbeben


Laborleiter

Prof. Dr. Wilfried Hagg
Raum: F 11

Tel.: 089 1265-2659
Fax: 089 1265-2698

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