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Das Labyrinth ruft!

In diesem Jahr wurde aus Anlass des 100. Geburtstags von Bayern die Landkarte des Freistaats gestaltet (Foto: Familie Ernst 2018)
In diesem Jahr wurde aus Anlass des 100. Geburtstags von Bayern die Landkarte des Freistaats gestaltet (Foto: Familie Ernst 2018)

[10|08|2018]

Labyrinth in Form der Bayernkarte: HM hilft bei der Gestaltung

 

Corinne und Uli Ernst erfanden das Labyrinth in Utting am Ammersee im Jahr 1999, das Ehepaar betreibt es jedes Jahr mit neuem Motiv. So konnten die BesucherInnen bereits durch das Sonnensystem, den Wilden Westen oder Albert Einstein irren. In diesem Jahr zeigt das Feld zur Feier des 100. Geburtstags von Bayern die Landkarte des Freistaats, inklusive der mit Lebensmittelfarbe eingefärbten blauen Flüsse.

 

Mthilfe von Vermessungstechnik gelangt die Skizze auf das Gelände (Foto: Seidl, Hochschule München)
Mthilfe von Vermessungstechnik gelangt die Skizze auf das Gelände (Foto: Seidl, Hochschule München)

Bei der Realisierung der verschiedenen Labyrinth-Formen unterstützt seit 2002 die Fakultät für Geoinformation und deren Labor für geodätische Messtechnik. Der Kontakt zu den Eheleuten Ernst entstand durch Prof. Gerd Merkel, der damals Möglichkeiten vorschlug, wie sich der Prozess der Labyrinth-Erstellung optimieren lässt. Seitdem sorgen HM-Studierende dafür, dass die Papierentwürfe vom Schreibtisch auf die vier Fußballplätze große Ackerfläche kommen.

 

GPS gebündelt mit Geofachwissen

In diesem Jahr bestand das HM-Team aus 16 Bachelorstudierenden der Studiengänge „Angewandte Geodäsie und Geoinformatik“ sowie „Geoinformatik und Navigation“, betreut wurden sie von Prof. Dr. Jens Czaja. Das Labyrinth-Projekt wird im vierten Semester angeboten, da die Studierenden dann Kenntnisse zu globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS) besitzen.

 

Die vermessenen Linien auf dem Feld (Foto: Seidl. Hochschule München)
Die vermessenen Linien auf dem Feld (Foto: Seidl. Hochschule München)

Damit die Zeichnungen eins zu eins auf das Gelände übertragen werden können, müssen die Motive zunächst in einem speziellen Programm georeferenziert werden. Das bedeutet, dass jeder Bildpunkt der Zeichnung Koordinaten erhält, die sich danach mithilfe des Satellitenverfahrens GPS auf den noch kaum bewachsenen Acker übertragen lassen. Trotz der GNSS-Instrumente mit ihren speziellen Messverfahren, die eine Genauigkeit von einigen Zentimetern erreichen, ist für ein schönes Ergebnis noch viel Fingerspitzengefühl und Sorgfalt der Studierenden erforderlich. „Die machen das total super“, so Uli Ernst. Hier gibt es ein Zeitraffer-Video der Absteckung.

 

Erst wenn die Kombination aus Mais-, Hanf- und Malve-Pflanzen sowie Sonnenblumen genügend gewachsen ist und entlang der vermessenen Linien gemäht wird, sehen die Studierenden das Ergebnis ihrer Arbeit. Deshalb wird das erste Luftbild des Geländes jedes Jahr mit Spannung erwartet.

 

Laboringenieur Manfred Wurzer, der seit 2002 die Studierenden bei den Messarbeiten anleitet, ist vor allem die Realisation des Asterix-und-Obelix-Motivs im Jahr 2009 im Gedächtnis geblieben: „Wir mussten die Skizze exakt treffen, weil die Vorgaben des Verlags dahingehend sehr strikt sind. Hätte es nicht gepasst, hätten wir das Feld wieder platt machen müssen.“ Zum Glück löste die gelungene Arbeit der Studierenden Wohlgefallen beim Verlag aus, sodass das Labyrinth öffnen konnte.

 

Ex Ornamentis lädt zum Besuch

Den offiziellen Namen „Ex Ornamentis“ hat das Labyrinth übrigens bis heute vom ersten Motiv, einem gleichnamigen keltischen und indianischen Ornament. Das diesjährige Bayern-Labyrinth ist noch bis zum 23. September geöffnet. Mehr Infos dazu gibt es auf der Webseite www.exornamentis.de.

 

 

Mirja Fürst