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Sebastian Briechle: Promotion erfolgreich abgeschlossen

Lidardaten und entdeckter Trench (Bildquelle: Sebastian Briechle)
Lidardaten und entdeckter Trench (Bildquelle: Sebastian Briechle)

[14|09|2021]

Kooperation zwischen der Hochschule München und der University of Twente

Jeder hat schon mal was von dem Reaktorunfall Chernobyl gehört und verbindet damit die bange Frage, welche Auswirkungen die damals freigesetzte Radioaktivität auf die Umwelt hatte. In der unmittelbaren Umgebung des Havariereaktors hatten sich damals die Wälder rot gefärbt (daher auch der Name Red Forest). Diese wurden dann von den russischen Liquidatoren gefällt und in der Erde vergraben. Von den ca. 1000 Vergrabungsstätten (=trenches) sind bislang ca. 200 immer noch unbekannt, da die Liquidatoren keine genauen Kartierungen anfertigten.


Im Rahmen der laufenden Dekontaminationsmaßnamen durch CRWME vor Ort wandte sich Dr. Norbert Molitor (Plejades Independent Experts) 2016 an Prof. Dr. Peter Krzystek, den Leiter des Forschungsinstituts IAMLIS (https://www.hm.edu/iamlis/), mit der Frage, ob man mit Hilfe von Airborne Laserscanning die unbekannten, mittlerweile von Bäumen verdeckten Vergrabungsstätten aufdecken könne. Schnell war die Forschungsidee gefunden, dieses interessante Projekt mit Hilfe von Drohnentechnologie anzugehen. Es folgten im November 2017 und April 2018 zwei Messkampagnen, an denen auch Studierende des Studiengangs Geoinformatik und Navigation beteiligt waren. Der Doktorand M.Sc. Sebastian Briechle entwickelte daraufhin eine spezielle Methode, die mittels maschinellen Lernen die radioaktiven Vergrabungsstätten mit hoher Genauigkeit detektiert. Zusätzlich konnte er zeigen, dass man mit Methoden des bildbasiertem Deep Learning eine hochgenaue Vegetationskartierung erzielen kann. Die daraus entstehenden Baumlandschaften können für die Simulation von Waldbränden oder Hurricans verwendet werden.

Sebastian Briechle konnte nun am 25.08. während der Promotionsprüfung an der University of Twente das Gutachtergremium mit seine Doktorarbeit „UAV-based high-resolution remote sensing and machine learning for risk management in hazard and disaster areas“ (https://research.utwente.nl/en/publications/uav-based-high-resolution-remote-sensing-and-machine-learning-for) überzeugen und seine Arbeit erfolgreich verteidigen. Wir gratulieren Sebastian Briechle für diesen großartigen Erfolg und wünschen ihm für die berufliche Zukunft alles Gute.


Der Vorsitzende des Berufungsausschusses Prof. Freek van der Meer würdigte die wissenschaftliche Leistung von Sebastian Briechle und empfahl, die erfolgreiche Kooperation zwischen der Hochschule München und der University of Twente fortzuführen. Prof. Dr. George Vosselman übernahm dankenswerterweise die Betreuung der kooperativen Promotion.