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Maus-Labyrinth in Utting

[02|06|2021]

Jetzt müssen die Pflanzen nur noch wachsen!

Corona läßt uns nicht los und so mussten wir auch dieses Jahr eine unserer beliebtesten praktischen Übungen ohne Studierende durchführen.Für uns ein großer Verlust, denn das gemeinsame praktische Arbeiten in einem realen Projekt ist das "Salz in der Suppe" der anwednungsorientierten Lehre.


Seit 22 Jahren besteht das Labyrinth in Utting. Und seit 19 Jahren ist die Fakultät für Geoinformation dabei. Für unsere Studierenden ist es eine besondere Gelegenheit, ihr Wissen und Können aus dem Studium auch praktisch zeigen zu können. Dieses Jahr mit der Maus, dem Elefanten und der Ente. Die Sendung mit der Maus feiert 50ten Geburtstag und wir gratulieren recht herzlich!


Das "Abstecken" (ein Begriff aus der Geodäsie) erfolgt wie immer in Zusammenarbeit mit der Familie Ernst. Diese betreiben nicht nur das Labyrinth, sondern auch einen Kletterpark in Form eines Piratenschiffes. Und das alles neben dem landwirtschaftlichen Bio-Betrieb.


Groß ist auch die Verantwortung. Fehler während der Vorbereitung und der Vermessung können das Labyrinth unbrauchbar machen. Nach Ende der Vermessung sieht man ja nicht, ob alles geklappt hat. Erst ein Drohnenflug oder andere Luftbilder zeigen das Ergebnis. Und dann ist die Befriedigung unbeschreiblich und man ist stolz dabei gewesen zu sein. Einfach mal auf die Webseite www.exornamentis.de gehen und die vielen Luftbilder bewundern.


Doch wie bekommt man jetzt solche ausgefallenen Motive auf den Acker?


Es beginnt alles mit einer kreativen Idee für das Motiv von der Familie Ernst. Und wie immer sollte es ein aktueller Bezug sein, wie zum Beispiel letztes Jahr Beethoven, die Fußballweltmeisterschaft oder ein besonderer Anlass.


Aber dann kommt der geodätische Teil des Projekts. Durch die nicht unerhebliche Genauigkeitsanforderung von ca. 3 Zentimeter muss man schon einiges aufbieten. Zuerst wird das gezeichnete Bild mit der Flurkarte (Karte mit Grenzen und Grenzmarkierungen) verschmolzen und georeferenziert, d.h. jedes Bildpixel bekommt eine Koordinate. Damit entsprechen die Koordinaten im Bild genau den Koordinaten auf dem Feld. Mittels einer hochgenauen GNSS Messung übertragen wir diese Koordinaten anschliessend auf das Feld. Eine GNSS Messung ist ein spezielles Vermessungsverfahren, bei dem amerikanische (GPS), russische (Glonass) und europäische (Gallileo) Navigationssatelliten genutzt werden. Um nicht jedes Pixel einzeln übertragen zu müssen, haben wir ein eine eigene Methode. Doch das soll unser kleines Geheimnis bleiben.


Um zu zeigen wie wichtig uns die Zusammenarbeit für solche Projekte ist, haben wir auch dieses Jahr die technische Realisierung unterstützt. Unter der Mitarbeit des zuständigen Laboringenieurs erfolgte die Vermessung mit dem Personal des Landwirtschaftbetriebs. Mit großem Engagement und Motivation führte man die Vermessungsarbeiten durch und nach einem langen, wettertechnisch sehr wechselhaften, aber auch interessanten Arbeitstag war die Grundlage für ein weiteres tolles Labyrinth-Motiv gelegt. Den Rest muss in nächsten Wochen die Natur erledigen. Da zu den MitarbeiterInnen auch einige SchülerInnen sowie die Kinder von Familie Ernst gehören, war das Projekt auch eine gute Werbung für die Studiengänge unserer Fakultät.


Natürlich werden wir alle Materialien in digitaler Form an unsere Studierenden weitergeben, damit diese wenigstens virtuell daran teilnehmen können. Die Grundlagen, Planung und Durchführung sind Teil des Lehrinhaltes.

 

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