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Großer Erfolg von Doktorand M.Sc. Sebastian Briechle

Abbildung 1: Detektierte Vergrabungsstätten (
Abbildung 1: Detektierte Vergrabungsstätten ("trenches" und "clamps") und durchgeführte Testbohrungen im Untersuchungsgebiet; Koordinatensystem: UTM Zone 36 N (EPSG 32636); Quelle der Hintergrundkarte: bing © Microsoft Corporation.

[11|01|2021]

Kann man die vergrabenen radioaktiven Bäume des roten Waldes in der Sperrzone des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl auffinden?


Mit dieser spannenden Frage beschäftigte sich Sebastian Briechle u.a. in seiner Doktorarbeit, die er unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Peter Krzystek im Forschungsinstitut IAMLIS anfertigt. Bei dem ITC PhD Publication Award 2020 an der University of Twente konnte er kürzlich das Gutachtergremium mit seinem Paper „Detection of radioactive waste sites in the Chornobyl exclusion zone using UAV-based lidar data and multispectral imagery“ (DOI: 10.1016/j.isprsjprs.2020.06.015 überzeugen und schaffte es in die Shortlist drei ausgewählter Doktoranden bei dem jährlich vergebenen Nachwuchspreis für junge Wissenschaftler.


Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten konnte Sebastian Briechle zeigen, dass auf der Basis von UAV-basierten Fernerkundungsdaten und Verwendung von Methoden des maschinellen Lernens eine Detektion der radioaktiven Vergrabungsstätten mit einer Genauigkeit von ca. 90% möglich ist. Vorangegangen waren zwei spannende Aufenthalte in der Sperrzone von Tschernobyl, um die Experimente vor Ort durchzuführen. „Dies war sicher eines der interessantesten und herausforderndsten Projekte, die ich an der Fakultät für Geoinformation durchgeführt habe“, sagt Prof. Krzystek. „Die erfolgreich nachgewiesene Technologie muss nur noch umgesetzt werden, um die aufgefundene radioaktive Biomasse auszugraben und in ein Deep Geological Repository einzulagern. Die gesamten Entsorgungsarbeiten, insbesondere der Rückbau des Havariereaktors, werden noch Jahrzehnte dauern, bis dieser Landstrich wieder bewohnbar sein wird. „Wir leisten mit unserer Technologie einen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung in der Region Tschernobyl“, fügt Sebastian Briechle hinzu.


Der Preisträger Sebastian Briechle fertigt seine Doktorarbeit im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens an der University of Twente unter der Supervision von Prof. Dr-Ing. George Vosselmann an.


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