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Miteinander die Region stärken

Die Exkursionsteilnehmer beim Haus der Begegnung (M. Spranger, 2020)
Die Exkursionsteilnehmer beim Haus der Begegnung (M. Spranger, 2020)

[17|02|2020]

Exkursion von Studierenden im Wahlpflichtfach „Instrumente der Ländlichen Entwicklung…“ in die Integrierte Ländliche Entwicklung Waginger See - Rupertiwinkel


Im Zuge des beschleunigten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels sind die Rahmenbedingungen für die Gemeinden im ländlichen Raum in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Deshalb gewinnen gemeindeübergreifende Planungs- und Handlungsansätze, mit denen die verfügbaren Kräfte gebündelt werden können, zunehmend an Bedeutung.


Die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Waginger See - Rupertiwinkel umfasst die Kommunen Fridolfing, Kirchanschöring, Petting, Taching am See und Wonneberg sowie den Markt Waging am See und die Stadt Tittmoning. Die Gemeinden haben sich hierbei zu einer interkommunalen Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die sich eine nachhaltige und ganzheitliche Zukunftsentwicklung zur Aufgabe gemacht hat.


Am 17. Februar dieses Jahres organisierte das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern eine Exkursion, an der Studierende des 7. Semesters der Hochschule München und Referendare der Ländlichen Entwicklung teilnahmen. Thema waren dabei die Regionalinitiativen am Waginger See. Unter dem verbindenden und koordinierenden Dach der Integrierten Ländlichen Entwicklung sind dies die Flurneuordnung Waginger-Tachinger See mit den Initiativen boden:ständig und Innen statt Außen (Innenentwicklung), die Ökomodellregion Waginger See - Rupertiwinkel, die LEADER Aktionsgruppe Traun-Alz-Salzach und die Tourismusregion Waginger See.


Die Exkursion beinhaltete Stationen bei verschiedenen interkommunalen Projekten der Region. Zu Beginn standen eine Reihe von Kurzvorträgen auf dem Programm. Der 1. Bürgermeister Hans-Jörg Birner, zugleich Vorsitzender der ILE und der Ökomodellregion, empfing die Gäste im Haus der Begegnung in Kirchanschöring. Um die Projekte der ILE sowie das Zusammenwirken der Regionalinitiativen vorzustellen, waren neben Bgm. Hans-Jörg Birner, Guido Romor (ALE, Lehrbeauftragter für das WPF), Alexandra Huber (Umsetzungsbegleiterin ILE), Anja Strasser (Haus der Begegnung), Ursula Mesch (Projektleiterin & Betreuerin der ILE und der Flurneuordnung, ALE), Tanja Mayer (Stadtplanerin, ALE) und Susanne Huber (Umweltplanerin, ALE) mit anwesend. In jeweiligen Kurzvorträgen zu den eigenen Arbeitsbereichen in der Region wurden die verschiedenen Projekte wie Innenentwicklung und neue Wohnformen, Kommunales Flächenmanagement, die Zusammenarbeit in der ILE, und das Ökologische Grünflächenpflegemanagement für Kommunen genauer erläutert.

 

Bildergalerie

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Haus der Begegnung – Beispiel für neues Wohnen für Senioren im Dorf

Anschließend an die Vorträge wurden geplante und bereits umgesetzte Projekte besucht. Den Anfang bildete eine Führung durch das Haus der Begegnung in Kirchanschöring mit einer ausführlichen Erläuterung des Projektes in den privaten und gemeinschaftlichen Bereichen des Gebäudes. Das in gemeindlicher Regie erbaute und betriebene Haus ermöglicht als soziale Dorfmitte Senioren auch bei erhöhtem Pflege- und Betreuungsbedarf ein selbstbestimmtes Leben in einem familiären Umfeld.


Dorferneuerung – wie Kirchanschöring seine Zukunft gestaltet

Die Teilnehmer konnten sich nach der Führung bei einem Rundgang zur Dorferneuerung in Kirchanschöring ein Bild von den Maßnahmen im Ort machen. Dabei zeigte der ehemalige örtliche Beauftragte Georg Jäger den Teilnehmern anhand von Bildern Ausgangszustand und Entwicklung der einzelnen Projekte auf.


Kernwegenetz – Bauen im Einklang mit der Natur

Zu den Projekten der Integrierten Ländlichen Entwicklung zählt auch der Ausbau der Kernwege in der Region. Auf der Fahrt von Kirchanschöring nach Ebing wurden bereits fertiggestellte, aber auch geplante Wege sowie angrenzende sensible Naturräume und Schutzgebiete besichtigt. Den Teilnehmern wurden am Beispiel der Maßnahmen bautechnische Möglichkeiten aufgezeigt, über die naturräumliche und landschaftliche Qualitäten während der Bauausführung bewahrt und behutsam weiterentwickelt werden können.


Landschaftspflege – ein Baustein für bessere Wasserqualität

Des Weiteren wurde ein Projekt der Initiative boden:ständig zum Wasser- und Stoffrückhalt in der Landschaft besucht, das im Rahmen der Flurneuordnung entstanden ist. Die Vorgehensweise und verschiedene Problemstellungen im Projekt in Ebing wurden dabei von der Projektleiterin Ursula Mesch näher beschrieben.


Landhaus Tanner – Regionalität aus Leidenschaft

Mittags kehrte die gesamte Gruppe in Ebing beim Landhaus Tanner ein, wo nach dem Mittagsessen ein kurzer Einblick in das touristische Konzept des Familienbetriebs gegeben wurde.


Podiumsdiskussion – Mehrwert für die Region durch Zusammenarbeit

Abschließend fand nach der Begrüßung durch Wagings 1. Bürgermeister Matthias Baderhuber und unter der Moderation von Guido Romor eine Podiumsdiskussion statt, bei der das Zusammenspiel der Regionalinitiativen und deren Projekte von Eva Bernauer (Tourismus), Marlene Berger-Stöckl (Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel) sowie durch Elke Ott (LEADER-Förderprogramm der Europäischen Union), Ursula Mesch (Flurneuordnung) und Alexandra Huber (ILE) präsentiert wurden. Zu guter Letzt wurden offene Fragen aus dem Plenum durch die Podiumsteilnehmer beantwortet.

Regionalinitiativen ILEK (S. Huber, verändert nach ALE, 2014)
Regionalinitiativen ILEK (S. Huber, verändert nach ALE, 2014)


© Susanne Huber, Guido Romor, Maximilian Spranger