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Beethoven im Labyrinth, leider ohne Studierende

Uli Ernst, Foto: M. Wurzer
Uli Ernst, Foto: M. Wurzer

[28|05|2020]

Seit 21 Jahren ist das Labyrinth in Utting ein Publikumsmagnet und für unsere Studierenden der Fakultät 08 seit 18 Jahren eine besondere Gelegenheit, ihr Wissen und Können aus dem Studium auch praktisch zeigen zu können. Dieses Jahr mit dem Portrait von Beethoven und wie immer in Zusammenarbeit mit der Familie Ernst.


Wegen der Corona Pandemie konnte die dafür benötigte Messung leider nicht mit unseren Studierenden durchgeführt werden. Für uns ein großer Verlust, denn das gemeinsame praktische Arbeiten in einem realen Projekt ist das "Salz in der Suppe" der anwednungsorientierten Lehre.

Werden Fehler bei der Vermessung gemacht, dann kann das dazu führen, dass das Labyrinth nicht brauchbar ist. Eine große Verantwortung. Aber noch größer ist die Befriedigung, wenn das erste Luftbild erscheint und wenn man sieht was man geleistet hat. Einfach mal auf die Webseite www.exornamentis.de gehen und die vielen Luftbilder bewundern.


Doch wie bekommt man jetzt solche ausgefallenen Motive auf den Acker?

Es beginnt alles mit einer kreativen Idee für das Motiv von der Familie Ernst. Und wie immer sollte es ein aktueller Bezug sein, wie zum Beispiel letztes Jahr die Biene Maja, die Fußballweltmeisterschaft oder ein besonderer Anlass.


Aber dann kommt der geodätische Teil des Projekts. Durch die nicht unerhebliche Genauigkeitsanforderung von ca. 3 Zentimeter muss man schon einiges aufbieten. Zuerst wird das gezeichnete Bild mit der Flurkarte (Karte mit Grenzen und Grenzmarkierungen) verschmolzen und georeferenziert, d.h. jedes Bildpixel bekommt eine Koordinate. Damit entsprechen die Koordinaten im Bild genau den Koordinaten auf dem Feld. Mittels einer hochgenauen GNSS Messung übertragen wir diese Koordinaten anschliessend auf das Feld. Eine GNSS Messung ist ein spezielles Vermessungsverfahren, bei dem amerikanische (GPS), russische (Glonass) und europäische (Gallileo) Navigationssatelliten genutzt werden. Um nicht jedes Pixel einzeln übertragen zu müssen, haben wir ein eine eigene Methode. Doch das soll unser kleines Geheimnis bleiben.


Um zu zeigen wie wichtig uns die Zusammenarbeit für solche Projekte ist, haben wir dieses Jahr die technische Realisierung unterstützt. Unter der Mitarbeit des zuständigen Laboringenieurs erfolgte die Vermessung mit dem Personal des Landwirtschaftbetriebs. Mit großem Engagement und Motivation führte man die Vermessungsarbeiten durch und nach einem langen, sonnigen, aber auch interessanten Arbeitstag war die Grundlage für ein weiteres tolles Labyrinth-Motiv gelegt. Den Rest muss in nächsten Wochen die Natur erledigen. Da zu den MitarbeiterInnen auch einige SchülerInnen sowie die Kinder von Familie Ernst gehören, war das Projekt auch eine gute Werbung für die Studiengänge unserer Fakultät.


Natürlich werden wir alle Materialien in digitaler Form an unsere Studierenden weitergeben, damit diese wenigstens virtuell daran teilnehmen können. Die Grundlagen, Planung und Durchführung sind Teil des Lehrinhaltes.



Manfred Wurzer, Jens Czaja


Link Website und YouTube vom letzten Jahr

 

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