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Fernerkundung für den Naturschutz

Abb. 1 Unterschiedliche Karten der Insel Navarino erstellt auf Grundlage von WorldView-2-Bildern. A) Der Plant Senescence Reflectance Index (PSRI) repräsentiert den qualitativ besten Vegetationsindex für Spechtbäume. B) Baumarten und Altersklassen von Südbuchen (Nothofagus) wurden von einer übergeordneten Klassifikation abgeleitet. Dunkle Farben zeigen Altholzbestände, helle Farben Jungbestände an. Höhenlinien im 100 m-Abstand; Meeresfläche in Punktschraffur. © Remote Sensing of Environment (Soto et al. 2017).
Abb. 1 Unterschiedliche Karten der Insel Navarino erstellt auf Grundlage von WorldView-2-Bildern. A) Der Plant Senescence Reflectance Index (PSRI) repräsentiert den qualitativ besten Vegetationsindex für Spechtbäume. B) Baumarten und Altersklassen von Südbuchen (Nothofagus) wurden von einer übergeordneten Klassifikation abgeleitet. Dunkle Farben zeigen Altholzbestände, helle Farben Jungbestände an. Höhenlinien im 100 m-Abstand; Meeresfläche in Punktschraffur. © Remote Sensing of Environment (Soto et al. 2017).

[27|07|2017]

Publikation Prof. Dr. Hahn

Genaue Einschätzungen über Qualität und Vielfalt von Lebensräumen sind entscheidend für die Planung im Naturschutz-Management zur Erhaltung bedrohter Arten. Dabei kann die Verfügbarkeit von Futtersubstraten ein geeigneter Index der Lebensraumqualität sein, besonders für Arten mit spezialisierten Lebensraumanforderungen. Magellan-Spechte etwa fressen fast ausschließlich die Larven von holzbohrenden Käfern in den Stämmen und Zweigen abgestorbener Bäume. Mit Hilfe der Fernerkundung ist es möglich mathematische Algorithmen von Spektralbändern zu verwenden, die als Vegetationsindizes (VI) bezeichnet werden, um den Zustand von Nahrungsbäumen für die Spechte zu beurteilen.


Die Ergebnisse einer Analyse zur Leistungsfähigkeit von Vegetationsindizes wurden nun von einer chilenisch-amerikanisch-deutschen Forschergruppe im Journal Remote Sensing of Environment veröffentlicht. „Wir verglichen insgesamt eine Anzahl von 102 Vegetationsindizes auf der Grundlage von Fernerkundungsbildern“, so Prof. Dr. Ingo Hahn von der Hochschule München, „wobei wir Specht-Habitate auf der Insel Navarino in Feuerland untersuchten.“ Es zeigt sich, dass die Raumnutzung von Magellan-Spechten positiv korreliert ist mit der räumlichen Verteilung abgestorbener Bäume in der Landschaft.


Zuerst wurden einzelne Südbuchen (Nothofagus-Bäume) auf der Grundlage von Schätzungen zu Artenzusammensetzung, Vegetationsindizes und Bildsegmentierung kartiert. Zweitens wurde derjenige Vegetationsindex ausgewählt, der die Baumqualität für Magellan-Spechte am besten voraussagt. Drittens wurden Vorhersagevariablen für Lebensraumqualität (nämlich Artenzusammensetzung und Baumalter) durch die Verwendung von zwei Synoptischen Modellen der Raumnutzung (SMRN) von Magellan-Spechten getestet auf der Grundlage von sehr hochfrequenten Daten aus Radio-Telemetrie und Globalem Positionierungssystem (GPS).


Generalisierte lineare Misch-Modelle (GLMM) zeigten, dass der Plant Senescence Reflectance Index (PSRI) derjenige Vegetationsindex ist, der die Lebensraumqualität auf Baummaßstabsebene am besten voraussagte. Er kann künftig als zuverlässiges Instrument zur Schätzung der Habitatqualität im Naturschutz-Management genutzt werden.


Soto, G. E., C.G. Pérez-Hernández, I.J. Hahn, A.D. Rodewald, P.M. Vergara (2017): Tree senescence as a direct measure of habitat quality: Linking red-edge Vegetation Indices to space use by Magellanic woodpeckers. Remote Sensing of Environment 193: 1–10. #

Der Originalbeitrag ist einzusehen unter:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0034425717300755
DOI: https://doi.org/10.1016/j.rse.2017.02.018


Remote Sensing of Environment
ist das weltweit führende Journal in umweltbezogener Fernerkundung. Es zeichnet sich sowohl durch ein Peer-Review-Verfahren als auch durch einen Impact Factor (6,265) aus.


Kontakt: Prof. Dr. Ingo Hahn, Hochschule München, Karlstr. 6, D – 80333 München, E-Mail: ingo.hahn@hm.edu, Tel.: +49 (0)89 1265-2659