News

Weißt Du wie viel Häuser stehen??

[28|09|2017]

Aktuelle Veröffentlichung von Prof. Dr. Andreas Schmitt


Was für Mitteleuropäer undenkbar erscheint, ist in großen Teilen der Welt längst Realität geworden: die Städte wuchern und wuchern unaufhaltsam und unkontrolliert vor sich hin. Illegale Siedlungen nehmen jeden verfügbaren Platz ein. Die Bebauung verläuft in der Regel willkürlich, weshalb diese Gebiete nur geringfügig bis gar nicht an die vorhandene Infrastruktur angeschlossen sind. Darüber hinaus liegen sie oft in Gefährdungszonen (Steilhänge, Flusstäler, Senken etc.), was sie für Umwelteinflüsse besonders anfällig macht. Zuletzt handelt es sich bei den dort errichteten Wohnbehausungen nicht um statisch geprüfte Gebäude aus hochwertigen Baumaterialien, sondern um ein- bis maximal zweistöckige Hütten aus allen verfügbaren Werkstoffen. Diese einerseits durch einen sehr niedrigen Lebensstandard und andererseits durch eine extrem hohe Bevölkerungsdichte gekennzeichneten Viertel werden oft abwertend als „Slums“ bezeichnet.


Doch wo und wie entwickeln sich Slums? Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Kaum ist ein Slumgebiet kartiert, hat sich daneben ein anderes gebildet oder es fällt einer großen Baumaßnahme zum Opfer und wird platt gemacht. Daher sind zeitgleich flächendeckende Aufnahmen mithilfe von Satelliten unabdingbar. Optische Aufnahmen aus dem All verlangen freie Sicht, was gerade in den Tropen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit nicht sehr häufig der Fall ist. Also bleibt noch die wetter- und beleuchtungsunabhängige Aufnahme mit Radarsensoren. Aber wie heben sich nun Slums im multi-polarisierten Radarbild von formeller Bebauung überhaupt ab? Dieser Frage widmet sich eine neue Veröffentlichung der Fakultät für Geoinformation der Hochschule München in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen, die bis zum 14. November unter folgenden Link abgerufen werden kann: https://authors.elsevier.com/a/1VnJ514ynSApF0