News

"Kann man den ecuadorianischen Regenwald noch retten?"

Studententeam, Dorfleitung Sharamentsa, Mascha Kauka und die Professoren Dr. Krzystek und Dr. Siebold
Studententeam, Dorfleitung Sharamentsa, Mascha Kauka und die Professoren Dr. Krzystek und Dr. Siebold

[23|11|2015]

UAV-Fernerkundung im ecuadorianischen Regenwald


Wenn man über die beinahe endlosen Waldflächen im ecuadorianischen Amazonasgebiet fliegt, meint man, dass der Mensch so ein riesiges Waldgebiet nicht zerstören kann. „Weit gefehlt“ sagt aber Mascha Kauka, die viele Details erzählen kann, wie dieses letzte, große intakte Wasserreservoir der Erde leichtfertig gefährdet wird.

Unverantwortliche, großflächige Waldrodungen verändern bereits jetzt schon das Klima. Vor allem aber die Erdölförderungen – gesteuert durch Kapitalinteressen – sind die Hauptgefahr für dieses einzigartige Ökosystem. „Wenn einmal die Verkehrslinien gebaut sind, können große Waldflächen systematisch abgeholzt werden. Dies wird nicht nur das Erdklima nachhaltig verändern, sondern auch die Artenvielfalt und den Lebensraum der Amazonasbewohner zerstören“ argumentiert Mascha Kauka, die sich vor mehr als 30 Jahren aufgemacht hat, den wehrlosen Urbewohnern in Ecuador im Kampf gegen die Verdrängung zu helfen. Mit der Organisation AMAZONICA arbeitet sie mit mehreren indigenen Völkern zusammen und hat in Kooperation mit Organisationen und Hochschulen ein internationales Netzwerk aufgebaut, um wissenschaftliche Projekte durchzuführen.

Auch die Hochschule München und die Universität Cuenca kooperieren schon über einen längeren Zeitraum in mehreren Projekten zusammen. So führte die Fakultät für Geoinformation unter der Leitung von Prof. Carola Tiede eine Katastervermessung im Stammesgebiet Sharamentsa durch. „Dies war eine wichtige Grundlage für viele andere Folgeprojekte“ so der Stammesführer Domingo als nun eine weitere Vermessungsmission – geleitet durch die Professoren Peter Krzystek (FK08) und Karl Siebold (FK03) – die letzte Woche stattfand.

Mit Hilfe eines Starrflügel UAV und digitalen Kameras gelang einer Gruppe von 7 Studenten aus den beiden Fakultäten nicht nur eine großflächige dreidimensionale Kartierung des Sharamentsa Dorfes sondern auch ausgewählte Waldstrukturen des Regenwalds mittels UAV-Photogrammetrie zu erstellen. Die gewonnenen Fernerkundungsdaten sollen später in Abschlussarbeiten wissenschaftlich ausgewertet werden. Beispielsweise sollen die 3D-Daten mit speziellen Lebewesenkartierungen verglichen werden, um Aussagen zur Biodiversität zu treffen. „Das Studententeam hat grandios zusammengearbeitet und harmoniert. Damit konnten wir eine Basis für weitere spannende Projekte legen, um die UAV-basierte Fernerkundung an der Hochschule München interdisziplinär voranzubringen“, resümieren die beiden Professoren Krzystek und Siebold.


Vollautomatische berechnetes 3D-Modell vom Dorf Sharamentsa
Vollautomatische berechnetes 3D-Modell vom Dorf Sharamentsa